InAllgemein, Bikepacking, Ostsee

Rund um die Kieler Bucht – Tag 1

On the road again

Just can’t wait to get on the road again

On the road again – Willie Nelson

Wieder einmal mache ich mich auf den Weg. Die Vorbereitung war ein wenig hektisch. Alles ist in bekannter Form am Rad verstaut. Naja, fast…

Dem fachkundigen Leser ist es bestimmt gleich aufgefallen – die Rahmentasche ist verkehrt montiert. Das ist mir beim Foto aufgefallen. Ich habe gedacht, das mache ich später. Habe ich aber nicht gemacht…

Für mich soll es von Freitag bis Sonntag einmal rund um die Kieler Bucht gehen. Der ursprünglich angedachte frühe Start hat sich dann doch bis 9:00 Uhr hingezogen. Heute stehen ca. 165 km mit einigen Gravelpassagen und einer kurzen Fährüberfahrt auf dem Plan. Die Wettervorhersage ist hinreichend ok. Zwischen 10 und 16 Grad Celsius und eventuell gelegentlich ein Schauer. Passt.

Strecke Tag 1

Ich plane in Dänemark zweimal im Shelter zu übernachten. Da ich das noch nicht gemacht habe, ist zur Sicherheit das Zelt trotzdem eingepackt.

Mittlerweile hat die Natur voll auf Herbst umgestellt und seit gestern hat auch offiziell der meteorologische Herbst begonnen. Und was auch nicht zu leugnen ist. Die Tage werden deutlich kürzer. Bereits um 19:00 Uhr ist es dunkel.

Bei relativ frischen 8 Grad starte ich und fahre zunächst durch meine sehr vertraute nähere Heimat. Hier kenne ich jede Route und freue mich schon darauf, das Alltägliche zu verlassen und Neues zu entdecken.

Zunächst geht es am wie immer schönen Westensee vorbei Richtung der Fähre in Sehestedt. Ich lasse es ganz ruhig angehen und rolle mich erst mal warm. Im Gegensatz zu meiner 16-Bundesländer-Tour sind meine Tagesziele nicht ganz so ambitoniert und ich möchte mir unterwegs mehr Zeit lassen. Ganz entspannt ist auch, dass fast keine Autos unterwegs sind. Obwohl es Freitag ist, fühlt es sich wie Wochenende an.

Ländliche Idylle am Westensee

Trotzdem komme ich gut voran und freue mich darüber wieder unterwegs zu sein. Der Kanal ist bald erreicht und die Fähre liegt bei meiner Ankunft schon zum Einsteigen bereit – perfekt.

Damit beginnt für mich auch das weniger Bekannte. Hinter dem Nord-Ostsee-Kanal bin ich viel seltener unterwegs. Am Wittensee vorbei geht es Richtung Hüttener Berge und ich fahre mit vollem Gepäck in den Hütti-Trail. War vielleicht nicht meine beste Idee, aber es war zum Glück fast komplett leer. Es hat sehr viel Spaß gemacht und auch wenn ich nur einen Teil der Strecke und ohne gewagte Experimente abgefahren bin, hat es meinen Puls ordentlich auf Betriebstemperatur gebracht.

Aussichtspunkt am Hütti-Trail

Danach geht es weiter straff Richtung Schleswig – weiterhin auf sehr einsamen Straßen. Und was mir jetzt das erste Mal auffällt – es ist komplett windstill. Der Wind ist heute weder Freund noch Feind. Auch mal interessant. Die Segelboote auf der Schlei vor Schleswig dümpeln nur vor sich hin.

Schleswiger Dom

Nach einem kurzen Sightseeing mache ich mich auf Richtung Flensburg. Ich habe das erste Mal heute die Kopfhörer eingestöpselt und mit Musik auf den Ohren entschiede ich mich jetzt mal ein paar Kilometer zu schrubben. „And just like that“ ist Flensburg schon erreicht. Das unterschlägt natürlich wunderschöne Naturlandschaften wie z.B. die Fröruper Berge.

In Flensburg bin ich dann direkt in eine Anti-Alles-Aktion gekommen. Das Motto war „Fridays for future“, aber es gab eine Reihe von Plakaten, die auch auf anderen Demos hätten hochgehalten werden können.

Fridays for future in Flensburg

Da es bereits nach 14 Uhr war, habe ich mich in Flensburg nicht lange aufgehalten und bin direkt immer an der Küste weiter Richtung Dänemark. Gehalten habe ich dann erst an Annies Kiosk mit dem obligatorischen Risted Hot Dog. Landschaftlich waren das einige sehr schöne Kilometer. Mit dem richtigen Geld lässt es sich hier bestimmt gut aushalten.

Jetzt wird es endgültig Zeit in die Pedale zu treten denn es sind noch über 50 km und ich möchte vor der Dunkelheit noch einkaufen und mein Lager aufschlagen. Daher gibt es wenig zu berichten, außer ein kleines Rennen mit einer Pendlerin in Sonderborg. Die hat mich breit grinsend überholt. Ich habe dann auch beschleunigt und mich in den Windschatten gehängt. Sie wird ein wenig langsamer. Kurz danach dreht sie sich um. „Du vinder!“ Sehr lustig und wir haben beide gelacht. Sie ist dann bald darauf abgebogen.

Gegen 17:40 bin ich dann nach einem kurzen Zwischenhalt für Nahrung und Getränke bei Dagli Brugsen in Fynshav im Shelter in Taksensand angekommen. Was für eine tolle Lage. Mitten im Wald und nur 15m vom Wasser entfernt. Ich habe dann mein Nachtlager bereitet und einige Zeit damit verbracht, ein Lagerfeuer zu entfachen. Meine Survivalkenntnisse und -fertigkeiten sind definitiv ausbaubar. Aber ich habe gelernt das Ergebnisorientierung im Leben wichtig ist.

Was für ein schöner Abend. Und ich habe erstaunlich gut und warm geschlafen. Kann man auch nach insgesamt 166 km und 1.200hm.

By

You may also like

Abonnieren
Benachrichtige mich bei
guest
0 Comments
Oldest
Newest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments
0
Would love your thoughts, please comment.x